065 Meine Lieblingsfilme

Ich besitze eine bescheidene DVD‑Sammlung – rund 800 Filme, fein säuberlich sortiert und katalogisiert.
Darin finden sich unter anderem alle Walt‑Disney‑Meisterwerke, sämtliche Filme über Heinrich VIII. (ja, der mit den vielen Ehefrauen), jede Menge Shakespeare‑Verfilmungen und natürlich alle Superhelden‑Epen von Marvel und DC und alles was mir gefällt und was ich als sehenswert erachte. Ich bin wohl ein Cineast – zumindest ein kleiner, aber mit großem Interesse und noch größerem Regal. Und dazu noch nahe am Wasser gebaut.

Eine meiner charmanten Eigenheiten: Ich kann mir Handlungen kaum merken. Das hat den wunderbaren Nebeneffekt, dass jeder Film für mich beim erneuten Ansehen fast wie eine Premiere ist – inklusive Popcorn‑Vorfreude und gelegentlichem „Ach, das war der Plot‑Twist!“. Trotz dieser selektiven Erinnerung habe ich eine persönliche Hitliste meiner Lieblingsfilme, die ich heute vorstellen möchte. Und wer weiß – vielleicht entdecke ich beim Schreiben selbst wieder einen neuen alten Favoriten.


  • 1. Der Herr der Ringe – Die Trilogie (The Lord of the Rings, 2001–2003, Peter Jackson) Ein monumentales Epos, das Fantasy endgültig in den Olymp des ernsthaften Kinos katapultiert hat. Jede Szene wirkt wie ein Gemälde, jede Figur wie ein Mythos, der schon immer existiert hat. Und ja: Man kann sie unendlich oft sehen, ohne dass die Magie nachlässt. Ich liebe diese Filme.

  • 2. Romeo und Julia (Romeo and Juliet, 1968, Franco Zeffirelli) Zeffirelli verwandelt Shakespeare in pure, atmende Poesie — sinnlich, warm, tragisch. Der Film wirkt wie ein Sommer, der nie vergeht, und bleibt die wohl schönste Verfilmung der berühmtesten Liebesgeschichte der Welt. Mein liebster Shakespeare.

  • 3. Der weiße Hai (Jaws, 1975, Steven Spielberg) Der Film, der den Blockbuster erfunden hat — und gleichzeitig bewiesen hat, dass Spannung oft aus dem entsteht, was man nicht sieht. Ein Meisterwerk des Andeutens, das dazu führte, dass man Haie als Monster sieht. Leider.

  • 4. Les Misérables (2012, Tom Hooper) Ein musikalisches Donnerwetter voller Pathos, Schmerz und Hoffnung. Die Kamera ist so nah an den Figuren, dass man fast mitatmet — und manchmal mitzittert, wenn die Emotionen überkochen. Dieser Film entfachte meine Bewunderung für Anne Hathaway. „But the tigers come at night, …“

  • 5. Schindlers Liste (Schindler’s List, 1993, Steven Spielberg) Ein Film, der nicht nur erzählt, sondern erinnert — eindringlich, schmerzhaft und zutiefst menschlich. Schwarz‑weiß, aber moralisch klarer als alle bunten Filme zusammen. Diesen Film muss jeder mal gesehen haben!

  • 6. Jurassic Park (1993, Steven Spielberg) Der Moment, in dem Kino plötzlich wieder Wunder konnte: Dinosaurier, die nicht wie Effekte wirken, sondern wie Lebewesen. Ein Meilenstein der Kinogeschichte. Ein Abenteuer, das bis heute die perfekte Mischung aus Staunen und Spannung liefert. Ausserdem sah ich den Film mit meiner damaligen Freundin. Allein deswegen ist dieser Film etwas ganz Besonderes für mich.

  • 7. Ben Hur (1959, William Wyler) Ein Monumentalfilm im wahrsten Sinne — größer, weiter, dramatischer geht es kaum. Die Wagenrennen‑Sequenz ist bis heute ein Lehrstück dafür, wie man Kino mit purer Handwerkskunst erschüttert. Seh ich immer wieder gern.

  • 8. Cocktail für eine Leiche (The Rope, 1948, Alfred Hitchcock) Hitchcocks Kammerspiel‑Experiment, das fast in Echtzeit spielt, ist ein kleines, perfides Meisterwerk. Die Spannung entsteht nicht durch Action, sondern durch Moral, Psychologie und die Frage: Wer merkt es zuerst. Ich schaue James Stewart gebannt dabei zu.

  • 9. Lawrence von Arabien (Lawrence of Arabia, 1962, David Lean) Ein Film wie eine Wüste: weit, majestätisch, überwältigend. Peter O’Toole trägt die Geschichte mit einer Mischung aus Charisma und Zerbrechlichkeit, die man nicht vergisst. Ein toller Film.

  • 10. Pans Labyrinth (El Laberinto del Fauno, 2006, Guillermo del Toro) Ein dunkles Märchen, das Schönheit und Grauen so kunstvoll verbindet. Del Toro erschafft eine Welt, die gleichzeitig traumhaft und traumatisch ist. Man möchte sich ein Kissen vor die Augen halten, um dann seitlich daran vorbei zu schauen. Ausserdem für mich das gruseligste Film-Monster aller Zeiten!

Am Ende zeigt diese Liste vor allem eines: Filme müssen sich nicht dauerhaft im Gedächtnis festkrallen, um etwas in uns zu hinterlassen. Manche Werke begleiten uns nicht, weil wir jede Szene auswendig kennen, sondern weil sie uns jedes Mal aufs Neue überraschen, bewegen oder einfach für Stunden aus der Welt holen.

Und vielleicht ist genau das mein cineastisches Superkraft‑Geheimnis: Ich erlebe viele Filme immer wieder frisch — und damit intensiver als viele, die alles schon „kennen“. Diese Top 10 sind also weniger ein Ranking und mehr ein persönlicher Kompass durch Welten, Zeiten und Geschichten, die mich geprägt haben.

Und wer weiß: Vielleicht steht irgendwo in meiner Filme‑Sammlung schon der nächste Lieblingsfilm bereit — ich muss ihn nur wieder in den DVD-Player einlegen.

Was sind eure Lieblingsfilme?

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