An Lars von Trier habe ich schöne Erinnerungen. Na gut, nicht unbedingt an ihn persönlich, aber an einen seiner Filme.
Und das kam so.
Eine Bekannte von uns lud Max, meinen besten Freund, und mich zu ihrem Vierziger ein. Und weil sie gerne in die Berge geht und Verbindungen zum DAV, dem Deutschen Alpenverein, hat, sicherte sie sich zum Feiern ein sogenanntes Selbstversorgerhaus, wo auch ihre Gäste übernachten konnten. Die Lokation war aber nur rund 5 km von meiner Wohnung weg, sodass ich nicht vorhatte, dort zu nächtigen.
Draußen schneite es. Wir aßen, spielten, redeten, tanzten, lachten und hatten eine gute Zeit. Mir gegenüber saß eine schöne blonde Frau, die etwas schüchtern lächelte. Sie war wohl irgendwie die Stiefmutter eines Kindes meiner Bekannten, weil ihr Ex-Mann mit dieser, ach … zumindest komplizierte Familienverhältnisse und tut auch nichts zur Sache. Auf jeden Fall merkte ich, dass sie mich in unbeachteten Momenten ansah, und auch ich suchte ihr Gesicht mit Blicken. Aber ich, und ich dachte, sie auch, war doch so schüchtern.
Als ich zwischendurch zum Rauchen vor die Tür trat und ein paar Schritte ging, hörte ich neben mir ein „Hallo“. Ich wand mich um und sah in einer dunklen Hausecke ein Schatten stehen. Sie griff mich an der Hand und zog mich an sich heran. Sie trug nur eine dünne weiße Bluse und sagte, ihr sei kalt und ob ich sie nicht wärmen könne. Kein Problem. Sie fasste mein Hemd und drückte sich nah an mich. Ich spürte ihre Brüste… und schnell wurde aus einer Aufwärmung ein Kuss. Der dauerte dann etwas länger und war sehr schön. Sie hiess Irina.
Am nächsten Tag kam ich dann zum Aufräumen zurück und wir machten aus, dass ich sie demnächst mal besuchen würde.
Und das tat ich dann.
Ich fuhr ein paar Wochen später durch halb Deutschland, um Irina zu sehen. Ich freute mich, denn ich hatte mich schon ein bisschen verkuckt. Und es war ein schönes Gefühl.
Am Abend schlug sie mir vor, Essen zu gehen und ein Kultur-Kino zu besuchen. Gesagt getan. Also fuhren wir zu dem kleinen Kino namens „Lenin“, unter dem auch ein kleines Lokal mit Burgern und wenigen Nudelgerichten war. Dort aßen wir erst einmal sehr gut und sahen auf der Terrasse die Sonne langsam untergehen. Dann gingen wir zur Kinokasse und ich bezahlte zwei Karten für den Film „Nymphomaniac I“ von Lars von Trier. Wir gingen eine Treppe hoch und setzten uns in die erste Reihe rechts. Das Kino hatte nur ca. 80 Plätze und davon waren vielleicht zehn belegt.
Wer den Film kennt, weiss natürlich, worum es geht. Wer den Film nicht kennt, kann es sich vielleicht denken. Das war echt nicht beabsichtigt und es lief ja auch nur dieser eine Film – wir hatten ja auch keine andere Wahl. Dass es da ausgerechnet um Sex, viel Sex ging, konnten wir ja nicht wissen. Der Film ist in zwei Teile aufgeteilt – wir sahen den ersten Teil, in dem die beiden Protagonisten, gespielt von Stacy Martin und Shia LaBeouf, erste Erfahrungen im Liebesspiel machen und durch Ereignisse und Erlebnisse in einen Strudel aus Lust, Leidenschaft und Abhängigkeiten geraten. Eigentlich ist der Film gar nicht so lustig. Und wir saßen da in der ersten Reihe und es wurde uns immer heißer. Irina nestelte an meiner Hose und ich öffnete ihre Bluse. Wir berührten uns und ich gestehe, wir blieben nicht still dabei. Wir vergaßen alles um uns herum. Was die anderen Zuschauer davon mitbekamen, weiß ich nicht. Das war mir in dem Moment auch egal. Wir küssten uns, während die Figuren auf der Leinwand sich auch küssten. Ich berührte ihre Brüste und sie hatte ihre Hand zwischen meinen Beinen. Dann war es wie abgesprochen. Als wir es nicht mehr aushielten, endete der Film. Schnell fuhren wir die paar Kilometer zu ihrem Haus heim und sie zog mich in ihr Schlafzimmer. Was dann passierte, könnt ihr euch denken. Es wurde ein sehr schönes Wochenende.
Aber Lars von Trier verdanke ich meinen schönsten Kinobesuch. Ach, den zweiten Teil habe ich übrigens nie gesehen.









