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056 Martinas

Wenn ich ein Mädchen geworden wäre, wäre ich eine Martina geworden, sagte meine Mutter. Drei Jahre später wurde mein Bruder geboren. Auch mein Bruder hätte als Mädchen Martina geheißen. Das wäre wohl ein schreckliches Durcheinander gewesen, wenn da im Haus zwei Martinas rumgesprungen wären.

Meine Mutter halt…

🤔
🤪
🤷

055 Spinnende Springer

Es begab sich zu einer Zeit vor ziemlich genau 30 Jahren, dass mich der Vater eines Freundes mit nach Namibia nahm, damit ich ihm dort die Touristen durch die Gegend karrte.

Das hört sich vielleicht jetzt nicht so an, aber für mich war das neben ein paar persönlichen Höhepunkten das Highlight meiner Lebens-Reisetätigkeit. 4 Wochen Namibia und so viele Erlebnisse.

Von einem möchte ich heute erzählen.

TRIGGERWARNUNG: Es geht um Spinnen.

Am vielleicht 13. Tag unserer Expedition schlugen wir im ausgetrockneten Flussbett des Hoanibs unser Nachtlager auf. Erschöpft von der sengenden Hitze, den unzähligen Reifenwechsel und den abgerissenen Kilometern bauten wir unsere Zelte am Boden einer hohen Klippe auf. Nach erledigter Arbeit setzen wir uns um ein leuchtendes Lagerfeuer, aßen unser Proviant und tranken Tee.

Wir unterhielten uns über die Tagesgeschehnisse und die Eindrücke, die wir durch Flora und Fauna erhielten.

Plötzlich stiegen prasselnd Funken aus dem Feuer auf und wie ein Geschoß flog in hohem Bogen ein undefiniertes „Etwas“ aus der Glut. Die Suche nach dem Ding blieb erfolglos. Es war weg. Doch fünf Minuten später, dasselbe Schauspiel. Die Funken stoben meterhoch über die Flammen und ein weißer … hmmm … „Ball“ entfloh den Flammen. Nun wurde uns die Sache suspekt, hatten wir doch keine Erklärung dafür.

Und so legten wir uns regelrecht auf die Lauer. Und wiederholt geschah das Ereignis. Wir hatten uns vorher aber etwas um das Feuer verteilt. Und so konnte einer der Expeditionsteilnehmer verkünden, dass bevor der „Ball“ fliegend das Feuer verließ, der „Ball“ am Boden in das Feuer rollte.

Es dauerte noch einige Vorfälle, bis wir verstanden, der Ball war eine Spinne. Und zwar eine geisterhafte weiße Spinne. Normalerweise sehen die Spinnen ja kein Licht in der Nacht. Und so waren die wohl durch unser Feuer angelockt. Mit spinnenhafter Geschwindigkeit – und Spinnen können schnell sein – rannten die kleinen Biester zum Licht. Und verbrannten sich die Treter. Apropos Treter, meiner Recherche nach dürfte es sich dabei um die „Dancing White Lady“ handeln, deren Beinspannweite bei etwa 15 cm liegt. Kleine Biester – nicht wirklich. Und wenn diese dann Bekanntschaft mit dem Licht gemacht hatten, sprangen sie in hohem Bogen wieder aus dem Feuer. Gefühlt waren das bestimmt so an die 20 Vorfälle. Als wir dann verstanden hatten, was und wie da passierte, löschten wir das Feuer und verzogen uns in die Betten.

Das ungute Gefühl, dass da hunderte von weiß-transparenten Ladies rumkrabbelten war schon seltsam. Aber – ich habe es überlebt.

054 Spitznamen

Jeder hat doch schon mal einen Spitznamen bekommen. Ich auch. Und nicht nur einen…

Ich kann da ein Lied von singen.
Zum Beispiel Paul Simons „You can call me Al“. Aber dazu später mehr.

Ich glaube, meine Eltern hatten keinen Spitznamen für mich… oder eine Abkürzung. Für meine Eltern war ich immer „Christoph“. Ich wäre ja beinahe Martina geworden, aber das habe ich ja schon mal erzählt.

So bekam ich meinen ersten Spitznamen von meinem Bruder: Krikraa. Naja, er wusste es ja nicht besser.

Von der kleinen Nachbarstochter wurde ich erst Kola, später Koffa genannt. Kinder tztztz.

Von meinem österreichischen Opa wurde ich in jungen Jahren „Feuerwehrhauptmann“ genannt. Ich habe keinen Schimmer, warum. In späteren Jahren dann nicht mehr. Da war er dann schon gestorben.

Meinen ersten richtigen Spitznamen habe ich wohl in der Schule erhalten. Grisu! Genau. Wie der kleine Drache, der aus Versehen immer Feuer spuckte, obwohl er doch …. Feuerwehrmann… werden wollte. Ob mein Opa da schon was wusste, was mir noch nicht bewusst war? Wer weiß. Zumindest habe ich die Feuerwehrlaufbahn dann nicht eingeschlagen.

Meinen nächsten Spitznamen erhielt ich in der siebten Klasse. Für genau zwei Jahre. Zwei Jahre lang lernte ich da Latein. Und deswegen war ich da bei Schulkameraden „Hebus“. (Google Translator Lateinisch – Deutsch: Hebus – Langweilig; na Dankeschön)

In Italien lernte ich dann viele liebe und tolle Leute kennen. Ein Mädel wurde sogar meine Frau und Mutter meiner Kinder. Für diese Clique war ich immer der Stoffl. „Stoffl/Stoffel/Stoffe“ bezeichnet in meinem Heimatdialekt Bayrisch jemanden, der ein langweiliger, tölpelhafter, ungehobelter Kerl ist (Quelle: Bayrisches Wörterbuch im Internet).

Zefix, schon wieder langweilig.

Von einem Sandkastenfreund wurde ich schon mal mit dem Namen Pisstopf aufgezogen. Sein älterer Bruder sagte immer Christdorf zu mir… ich weiss nicht, warum.

In meinem Freundeskreis gab es ein paar Leute, die mich oft genug „Dicker“ hießen. Wenn ich mir heute Fotos von damals ansehe, kann ich ich mir das gar nicht erklären. Vielleicht wäre „Stemmi“ oder „Fester“ angemessener gewesen. Aber der „Dicke“ hat schon was an sich, das geblieben ist. Negativ.

Als dann das Internet groß wurde, habe ich mir einen Nicknamen zugelegt: Angel Lucifer. Lacht jetzt nicht. Das ist schon peinlich heute. Auf jeden Fall habe ich dann mit ein paar Leuten online Poker gespielt. Just for Fun ohne Geld.

Denen war mein Name immer zu umständlich, deswegen habe ich dann geschrieben „my name is Angel Lucifer, but you can call me AL“. Ha, da war das Gelächter groß, gibt es doch eben schon erwähnten Paul Simon-Song.

In meinen Beziehungen war ich mal der Schatz oder der Bär aber jetzt nicht kontinuierlich oder konstant.

Heute gibt es noch ein paar Arbeitskollegen, die mich abgekürzt Chris nennen. Aber das mag ich gar nicht. Das krieg ich aber bei denen nicht mehr raus.

Namen über Namen. Namen, die ich mochte. Namen, die ich nicht mochte.

Aber der schönste Spitzname, denn ich im Laufe meines Lebens erhalten habe, ist Papa.

Und solange mich meine Töchter nicht für einen langweiligen Feuerwehrhauptmann halten, passt das schon.

053 Der Schutzengel

1992. Die Nacht war dunkel und sternenlos. Naja wirklich sagen kann ich das nicht. Es war nämlich bedeckt und es regnete.

Ich fuhr mit meinem roten Opel Kadett von der Disko nach Hause. Ich bretterte über die nasse Straße. Nach einem Streit mit meiner Freundin war ich angefressen und war beleidigt aus der Disko gelaufen. Ich wollte einfach nur weg.

Bei einer Stadt zwischen Abfahrt und Ziel lag ein Gasthof an der Straße. Ein paar Monate vorher starb ein Klassenkamerad von mir an dieser Stelle (R.I.P. Todi). Und vor diesem Gasthof war eine leichte Steigung. Ich fuhr diese Steigung hinab und war ein bisschen zu schnell unterwegs. Aber aufgrund meiner emotionalen Verfassung merkte ich das nicht… oder mir war es egal. Ich flog regelrecht das Gefälle hinab, hinein in eine Kurve. Das Wasser auf der Straße tat sein Übriges. Das nennt man wohl Aquaplaning. Die Reifen meines Autos erlangten keinen Grip und der Wagen begann sich wegzudrehen. Ich machte auf der Straße einen 180° Turn und rutschte danach gerade in ein Feld. Ich, völlig schockiert, liess das Lenkrad los und ließ den Wagen gewähren. Nach 20 Metern blieb ich im Feld stehen. Ich brauchte einige Minuten, um mich zu sammeln. Ich schnallte mich ab und verließ das Auto. Eine gerade Spur meiner Reifen hatte das Feld durchpflügt. Ich ging um mein Auto herum und entdeckte den Schaden. Stoßstange und Kotflügel waren zerkratzt. Puhh. Ich stieg zitternd in meinen Wagen, wendete und fuhr die Spur zurück. Das Auto rumpelte schon arg auf dem unebenen Untergrund. Als ich an der Straße ankam, sah ich etwas, was mich zusätzlich erblassen ließ meine Spur führte von der Straße zwischen zwei Pfosten durch. Ein Verkehrszeichen und einem gelben Gasleitungs-Hinweisschild mit Dach. Die beiden Schilder waren nur soweit voneinander entfernt, dass gerade mein Auto gerade durch passte. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn ich einen Pfosten gerammt oder touchiert hätte. Mir wurde schwindelig. Ich atmete tief durch und setzte mich wieder hinters Lenkrad. Ich fuhr auf die Straße und merkte das nächste Malheur. Ich hatte wohl den Stacheldrahtzaun durchbrochen und hatte hinten einen Platten. Ich fuhr langsam weiter. Nach ca. einem Kilometer hielt ich an. Ein Parkplatz war beleuchtet und ich versuchte, den platten Reifen zu wechseln. Keine Chance, ich bekam die Schrauben nicht auf. So sehr ich es auch versuchte, da bewegte sich nichts. Was nun? Im Stadtzentrum erhoffte ich mir Telefonzellen. Es war 2 Uhr nachts. Handys gab es noch nicht.

Ich lief zu der gelben Box, schmiss drei Groschen ein und rief daheim an, in der Hoffnung, meinen Vater noch vor dem Zubettgehen zu erreichen. Es dauerte einige lange Sekunden aber dann meldete sich mein Vater schlaftrunken. Ich spürte eine Erleichterung als ich den weißen Wagen meines Vaters eine halbe Stunde später ankommen sah. Er wies mich an, einzusteigen und wir fuhren zur Polizei, Meldung zu machen und den Standpunkt des havarierten Kadetts anzugeben. Am nächsten Tag holten wir dann meinen Wagen. Letztendlich ging alles gut aus.

Aber jedes Mal, wenn ich an dieser Stelle vorbei fahre, erinnere ich mich an diese Situation und danke meinem Schutzengel, dass er mir links und rechts zwischen den Schildern 10 cm schenkte.

052 Music was my first love

And it will be my last.

Na ja, kann man sehen, wie man will. Meine erste Liebe gilt eigentlich wem anderen.

Aber Leidenschaft trifft es eher.

Leider hab ich mich nie überwunden und die Muse gehabt, Musik zu erlernen. Das heisst, ich kann keine Noten lesen und auch kein Instrument spielen. Aber trotzdem weiß ich, welche Musik mir gefällt und welche nicht. Kann wahrscheinlich jeder.

Ich bin breit aufgestellt, was mein Musikspektrum angeht.

Aufgewachsen in den 70er und 80ern hat mich diese Zeit schon sehr geprägt. Danach kamen Zeiten, in denen habe ich Rap, Reggea, Eurodance, Techno und Rock gehört. Und auch klassische Musik. Und an dieser Vielfalt kann ich mich immer noch erfreuen.

Mein absolutes Lieblingslied ist „Africa“ von Toto. Wie rs dazu kam, steht in einer anderen Geschichte.

Aber ich hab mal in meiner Erinnerung gekramt.

Anfangs mussten mein Bruder und ich unsere ersten Musikabspielgeräte teilen. Da waren ein tragbarer Kassettenspieler in mattgold (Foto 1) und ein Plattenspieler-System mit Lautsprechern im Deckel in 70er-Jahre-Orange. Später bekamen wir dann Sony-Walkmans in weiß (Foto 2). Und einen schwarzen Doppelkassetten-Rekorder (Foto 3). Da hab ich, wie so viele andere auch, die BR Hitparade am Freitag frühabend per Record- und Stop-Taste und Mix-Tapes auf Kassetten aufgenommen.

Als ich nach einem Umzug mein eigenes Jugendzimmer erhielt, bekam ich von meinen Eltern zu Weihnachten meine erste eigene Stereoanlage. Einen Sharp-Turm mit Glastür und meinem ersten CD-Spieler (Foto 4). Meine erste CD lag auch unterm Baum (Foto 5). Ja, mein Vater kannte sich nicht wirklich aus im Thema Musik und was die Jugend so hört. Sein Lieblingssänger, wenn es sowas überhaupt gibt, ist heute wahrscheinlich noch Peter Alexander.

Meine erste selbstgekaufte Schallplatten-Single war „Life is Live“ von Opus (Foto 6). Meine erste LP habe ich von einem Klassenkameraden zum Geburtstag geschenkt bekommen: „Das Boot“ von Doldinger (Foto 7). Später hatte ich dann einen AIWA Walkman (so darf man eigentlich nur die Sony-Dinger nennen) (Foto 8) 😎.

Und dann kaufte ich mir von meinen ersten Nebenjob-Löhnen Stereo-Anlagen-Bausteine.

Receiver – Verstärker – Kassettenspieler – CD-Spieler und Plattenspieler (Foto 9).

15 Jahre später konnte ich dann auf dem Computer eigene CDs „brennen“. Das war schon großartig.

Und heute? Heute habe ich einige Spotify-Playlists. Die werden auf dem Laptop, dem Smartphone oder im Auto abgespielt.

Das ist natürlich viel bequemer, hat aber auch irgendwie an Spaß verloren.

Aber „meine“ Musik höre ich immer noch.

051 „Shogun dōitashimashite kudasai sensei“

Übersetzung: „Bitte, gern geschehen, Meister Shogun, bitte, danke.“

Wie soll ich anfangen? Wo soll ich anfangen? und Wann?

Obwohl, „wann“ ist eigentlich ganz einfach.

Aber erstmal: um was geht es heute?

Ich habe mir ein Brettspiel gekauft. Das heißt SHOGUN.

Es ist von der Firma MB aus der Gamemaster Series und 1986 erschienen.

Im Grunde ist das Spielprinzip ähnlich des dem bekannteren „Risiko“ von Hasbro, nur etwas komplexer und räumlich nur auf Japan bezogen.

Das Bild ist aus dem Internet geklaut- Man sieht hier ganz eindeutig, dass der Besitzer nicht verstanden hat, dass er das viereckige Symbol auf der Fahne auch auf einen Fahnenträger mit viereckigem Fuß kleben muss. Auf diesen Fahnenträger gehört ein rundes Symbol…. Gut, ich habe ja einge Erfahrung mit dem Spiel. Oh mein Gott. Bin ich von Dilletanten umgeben??? Ahhhhhhhh

Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines japanischen Fürsten. Ziel ist es, durch das Besetzen von Regionen mehr Steuereinnahmen und Einfluss zu gewinnen. Dazu baut man Truppen auf und führt Eroberungen durch.

Zu Beginn jeder Runde teilt jeder Spieler sein Geld verdeckt auf verschiedene Aktionen auf. Man kann zum Beispiel Truppen ausheben, den ersten Zug erkaufen, Söldner (Ronin) anheuern, einen Ninja erwerben oder Burgen und Festungen bauen. Jede Aktion hat dabei eine wichtige Funktion: Ronin sind hilfreich, um schnell Truppen zu verstärken, da in jeder Region nur begrenzt neue Einheiten produziert werden können. Der Ninja kann verwendet werden, um Gegner auszuspionieren oder gegnerische Daimyos (die Anführer der drei Armeen eines Spielers) auszuschalten. Daimyos sammeln durch gewonnene Kämpfe Erfahrung, wodurch ihre Armeen stärker werden. Stirbt ein Daimyo, geht diese Erfahrung jedoch verloren. Die Armeen sind das Herzstück des Spiels: Wenn ein Spieler seine gesamte Armee verliert, scheidet er aus.

Kämpfe werden mit 12-seitigen Würfeln ausgetragen. Jede Truppeneinheit hat einen bestimmten Wert, der ihre Kampfkraft anzeigt. Ein Speerkämpfer, der ein einfacher Bauernkrieger ist, hat z. B. einen Wert von 4, während ein Daimyo als ausgebildeter Samurai einen Wert von 6 hat. Beim Würfeln muss der Wert unterboten werden, um den Gegner zu treffen.

Sorry, das habe ich mir schnell mal von einer KI zusammenfassen lassen.

Aber nun, was ist denn das Besondere an diesem Kauf, an diesem 1-2-3-meins via ebay (Hey, es war wirklich ein Schnäppchen)?

Ich kaufe dieses Spiel zum 3. (dritten) Mal. Ist das doof?

Ja, schaut nicht so fragend. Es ist auch für mich ein WTF-Moment.

Also „wann“?

Als ich 16 war, war das Spiel gerade 3 Jahre alt und in meinem Umfeld der Hammer. Ein Freund von mir hatte das Spiel und es trafen sich regelmäßig eine Gruppe von Kumpels eben bei diesem Freund, um stundenlange Partien gegeneinander zu spielen. Das Spiel beinhaltete so an die 400 Mini-Soldaten-Figuren, die auf dem Spielfeld umher wanderten. Armeen überfielen ganze Landstriche, Söldner zwangen den einen oder anderen Spieler zur Aufgabe, der Ninja meuchelte Anführer und wehrhafte Festungen wurden gebaut. Über mehrere Wochen oder Monate war das unsere Lieblingsbeschäftigung am Wochenendnachmittag (Abends mussten wir ja auf die Piste 😉). Und so war das Spiel ein Must Have. Also sparte der Herr Hebenstreit so manchen Taler und kaufte sich dann dieses Brettspiel (Original-Preis: lt. meiner Erinnerung etwa 100 DM), um es auch sein Eigen zu nennen. Aber eins hatte er, bzw. ich nicht bedacht: ich spielte ja eh mit meinen Kumpels. Wir hatten ja das Spiel schon einmal. Warum also noch einmal? So landete meine Version im stillen Kämmerchen auf dem Speicher und ward vergessen. Also ehrlich. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wo dieser meiner erster erster Karton hinverschwunden ist. Vielleich habe ich ihn verliehen… aber an wen?

Nun ja. Die Zeit verging. Ich heiratete. Bekam neue Familienmitglieder wie Ehefrau, Schwägerin, Schwager, Schwiegermutter, Schwiegervater, Schwippschwager und -schwägerinnen usw.. Und so dachte ich an meine Jugendzeit mit dem tollen Strategie-Spiel zurück und überlegte. „Hey, das wäre doch eine tolle Sache, wenn ich mir das herhole und wir alle zusammen Japan unter uns aufteilen.“ Nun ja… wie gesagt, ich fand das Spiel aber nicht mehr.

Zu der Zeit waren meine Frau und ich begeisterte Flohmarkt-Besucher. Eines schönen Tages spazierten wir über den Tölzer Flohmarkt und ich sah den mir bekannten Karton. Ich hatte mich natürlich erkundigt, was das Spiel jetzt neu kostete und besah mir die Qualität des hier Angebotenen. Ich denke, ich kam günstiger weg aber lasst es trotzdem 80 – 90 DM gewesen sein. Da konnte ich nicht „Nein“ sagen.

Nun, ich hatte das Spiel wieder. Und ich präsentierte es der Familie. Ich blickte in verständnislose Gesichter. Brettspiel? Japan? 3 Stunden? Soldaten, Ninja und Ronin? Was soll ich sagen, ich habe das Spiel nicht ein einziges mal mit meinen angetrauten Verwandten gespielt.

Irgendwann stand dann ein Umzug an. Naja, ihr könnt es euch schon denken. Nein, ich habe das Spiel aus Platzgründen nicht weggeschmissen. Ich habe es aus Platzgründen ebenfalls auf einem Flohmarkt verkauft. Ich weiss es nicht mehr… 20 Euro??? Ja, da gab es dann denn EUR. Wenn man was kaufte, war es doppelt so teuer. Wenn man was verkaufte, wurde in DM umgerechnet. Gemeinheit damals. Fazit: Das Spiel war weg.

Im Zuge meiner 80er-Jahre Kindheits-Erinnerungs-Kiste/Vitrine in der letzten Zeit streune ich ab und zu auf ebay rum. Auf der Suche nach Erinnerungen stieß ich letztens dann auf Shogun. Das Angebot war gut. Naja, keine 20 Euro, aber trotzdem gut. Und so bot ich mit. Mein Wunsch-Höchstbetrag wurde nicht mehr überboten und so bekam ich den Zuschlag. 1-2-3-meins. Ich habe das Spiel wieder. Heute kam es per DHL an. Ja, es ist gebraucht und dem Karton sieht man das Alter an. Aber: nach Kontrolle sind alle Teile da. Sogar die Aufkleber für die Armeefahnen sind noch auf dem Stickerbogen… Das Spiel wurde seit 1986 nie gespielt. Wahrscheinlich zu komplex. Oder eine verständnislose Familie.

Aber ich mache mir nichts vor: Ich habe nicht die große Menge an Freunden, mit denen ich mich wöchentlich oder monatlich zu Spieleabenden treffe. Meine ältere Tochter ist strikte Pazifistin und lehnt es wahrscheinlich ab, ein Kriegsspiel zu spielen. Ich werde dieses Spiel höchstwahrscheinlich nie wieder aufbauen und einen Zug machen. Aber ich gebe es auch nie wieder her. Sonst müsste ich es mir ja nochmal kaufen.

Und das wäre nun wirklich doof.

050 Mamas Lyoner-Gulasch

„And now to something completely different…“

wie ein Mitglied einer von mir geschätzten Komiker-Truppe zu sagen pflegte, my dear.

Weil ich eh grad dran bin, gibt es heute ein Rezept. Das Paprika-Lyoner-Gulasch. Viele der Rezepte meiner Mutter aß ich gern (manche weniger), aber die Zubereitung, als ich noch Mitbewohner meiner Eltern war, war mir egal, Hauptsache es stand auf dem Tisch. Erst als ich auszog, meine eigene Familie gründete, fiel mir auf, wie sehr ich Mutters Kochkünste vermisste. Gut, sie ist jetzt kein Sternekoch aber Hausmannskost, besser Hausfrauenkost, hat sie drauf. Ich glaub, sie hat auch eine Hauswirtschaftschule absolviert. Damals. So kurz nachm Kriech. Die hatten ja nix und sind mim Bollerwagen durch die Straßen gezogen…

Auf jeden Fall, als ich weg vom Elternhaus war, liess ich mir meine liebsten Rezepte von ihr aufschreiben und hüte sie wie einen Schatz.

Paprika-Lyoner-Gulasch

Für viel Hunger braucht ihr:

1 Ring Lyoner oder Fleischwurst

4 Paprikaschoten in buuuunt

6 – 7 mittelgroße Tomaten (so zwischen Cocktail und Stierherz)

1 – 2 Gemüsezwiebeln

Tomatenmark

Paprikamark

Paprikapulver edelsüß

Körnerbrühe (Gemüse- oder Rinder, ihr könnt natürlich auch eine Brühe ansetzen)

Knoblauchpulver (oder echten Knoblauch, wie ihr mögt)

Chilipulver

Salz, Pfeffer (aus der Mühle, alles andere ist Schmutz)

(wenn notwendig) Speisestärke

Öl und Butter für den großen Topf.

Lyoner, Paprika, Tomaten und Zwiebeln in ca. 0,75 x 0,75 x 075 mm große Würfel schneiden. So genau geht es aber nicht.

Danach etwas Öl und Butter im Topf warm werden lassen und die Zwiebeln glasig dünsten. Tomatenmark und Paprikamark am Topfboden andünsten und dann einrühren.

Paprika- und Tomatenwürfel anschütten und weiterdünsten. Mit Knoblauch- und Paprikapulver (jeweils ein Esslöffel) und mit Brühpulver würzen. Nach einigen Minuten mit Wasser aufgießen, bis alles knapp bedeckt ist und weiterköcheln lassen. Wenn die Konsistenz der Tomaten und Paprika sich ändert bzw. auflöst, die Fleischwurstwürfel hinzufügen. Solange köcheln lassen, bis die Gesamtkonsistenz dicker wird… oder mit Speisestärke andicken. Am Ende nochmal mit Salz, Pfeffer, Brühpulver, Chili und Knoblauch nachwürzen.

Dazu passt Reis oder zwei Scheiben von gutem Bauernbrot.

Guten Appetit!

049 Der Trauma-Spatz an Weihnachten

Ich bin ja an und für sich ein weltoffener Mensch und trete jedem mit geöffneten Armen entgegen… außer Franzosen.

Ich weiß nicht, was das ist?

Vielleicht weil die den Deutschen gegenüber auch so ablehnend sind? Gewachsene Geschichte.

Vielleicht weil ich kein Wort deren Sprache verstehen, sprechen, geschweige denn, lesen kann? Pneu heisst zum Beispiel Reifen. Okay, die Übersetzung bekommt man vielleicht noch hin, ausgesprochen wird das ’nö’… einfach ’nö‘.

Aber mit ein Grund, warum ich mit Franzosen nicht warm werde, ist der Spatz von Paris.

Die Älteren unter euch werden sie vielleicht noch kennen: Mireille Mathieu. Der weibliche 1.50 m große Prinz Eisenherz mit einem Timbre, das mir meine Eingeweide verknoten und zerbersten lässt.

„Aber warum diese Abneigung, warum dieser Hass?“, werdet ihr Fragen. Ich sage nur Weihnachten.

Der Moment, wenn Vater voller Glückseligkeit an Heilig Abend in den Schallplattenschrank griff, um zielsicher (es war von seinen fünf Schallplatten immer die rechteste im Schrank) die Eine herauszuziehen. „Mireille Mathieu – Und wieder wird es Weihnacht“. Und wieder wird mir übel, nur bei dem Gedanken daran.

Das Schallplattencover hat sich richtiggehend eingebrannt in mein Gedächtnis und in meinen Augenhintergrund. Eisenherz steht inmitten von frisch geschlagenen Nadelbäumen, gut ausgeleuchtet, wahrscheinlich in einem Fotostudio, eingehüllt in eine Pelz-Kaputzenjacke, vermutlich Silberfuchs, und grinst etwas debil mit ihrem schwarzen Topfschnitt-Haar in die Kamera.

Jedes Jahr wieder. Heiligabend – Weißwürscht mit Vogerlsalat – Bescherung – der Griff zum Schallplattenschrank – Mireille Mathieu grinst debil – Stillä Nascht, Eiligä Nascht…. Erbei, O ihr Gläubischen… – Jedes Jahr. Seitdem ich denken kann, bis in meine Zwanziger.

Sorry, Mireille Mathieu, sorry, Frankreich.

Ihr habt mich weihnachtlich traumatisiert.

Mittlerweile tönt es an Weihnachten anders aus der Stereoanlage meines Vaters. Eine CD, bespielt mit den wunderschönsten Chören aus Deutschland, zB. mit den Regensburger Domspatzen oder dem Leipziger Thomanerchor. Aber ich denke auch nur aus dem Grund, weil es genau dieses Weihnachtsgeträller von Mireille nicht auf eine CD geschafft hat.

Ich habe mich weihnachtlich musikalisch auch weiterentwickelt. Wenn man das so sagen will. Ich höre gerne an Heilig Abend Melanie Thornton, Queen, Slade und sogar dann Mariah Carey. Eher englisch-sprachige moderne Weihnachtsklassiker. Ausser einem: Last Christmas von Wham! Aber das ist eine andere Geschichte.

048 Automobilkunde

Ja. Autos.

Was soll ich erzählen?

Für viele Menschen ist ein Auto äußerst wichtig. Für viele Deutsche ist das Auto das liebste Hobby. Und für viele deutsche Autobesitzer ist das Objekt der Begierde ein Familienmitglied, oft geliebter als Frau und Kind.

Ich kann und konnte diesem Enthusiasmus, ja, dieser Liebe, zum rollenden Untersatz nie etwas abgewinnen. Für mich waren die realen Familienmitglieder zum Beispiel immer wichtiger. Das Auto war für mich immer ein Gebrauchs-, wenn nicht sogar ein Verbrauchsgegenstand. Es muss mich von A nach B bringen, meine Lieblingsmusik abspielen, ein Billy-Regal kartonverpackt und alles, was man im Italien-Urlaub braucht, und noch zwei Kinder fassen.

Klar, es sollte im Verbrauch nicht zu teuer sein, auf der Autobahn schon mal schneller wie 130 Sachen sein und nicht allzu oft kaputt gehen. Aber das sind eher meine pragmatischen Anforderungen an das Automobil, das ich fahre. Ich habe auch immer Gebrauchte gefahren.

Wenn, aus welchen Gründen auch immer, das Kind im Fond eine Brezel in ihre 1000 Einzelteile zerlegt, der Schnee an den Schuhen beim Schmelzen und Trocknen unansehnliche Salzmuster am Boden hinterlässt, oder ich beim Parken die eine oder andere Schramme in der Karosserie produziere, es ist mir egal.

Vielleicht nicht gerade egal… aber es gibt Schlimmeres.

Ich verurteile damit niemand, der auf sein Auto Acht gibt und in dessen Gefährt es noch nach Jahren wie neu blinkt und blitzt und nach Neuwagen riecht, die mit jeder Delle oder jedem Kratzer zur Werkstatt fahren und ein Vermögen ausgeben, damit das Auto wieder neu ausschaut. Ich bin halt nur nicht so.

Auto Nummer 1

Nach Erlangen der allgemeinen Fahrerlaubnis, was etwas teurer wurde, als geplant, weil der schlaue Herr zweimal den Fehler machte zu denken, dass das Auswendiglernen der Hälfte der Prüfungsaufgaben schon reichen würde, musste ich erstmal Geld sparen. Das Sparkonto war geplündert und meine Eltern konnten – oder wollten – mir kein Auto spendieren. Als ich 500 DM zusammen hatte, kaufte ich den Opel Kadett D einer Arbeitskollegin meines Vaters. In Matt Rot. Matt, weil der Lack nicht mehr glänzte sondern echt schon gelitten hatte. Einen Oxbow (In-Modemarke Anfang der 90er) Aufkleber drauf und alles war gut. Dieses Auto wurde zum Partymobil. Sturm und Drang. Ein Diskoparkplatz nach dem anderen.

Auto Nummer 2

Während der Beziehung mit meiner ersten langjährigen Freundin musste dann was flotteres her. Den Kadett gab ich meinem Bruder und ich holte mir einen VW Golf 2 in polarsilber metallic. Polarsilber war eher hellhellgold als irgendein Silber. Mit diesem Golf heiratete ich meine Frau und es beförderte auch mein erstes Kind.

Auto Nummer 3

Das zweite Kind kündigte sich an. Ein Kinderwagen und ein Buggy. Das Zeug, das man mitnehmen musste, wurde immer mehr. Ein Familienauto musste her: ein Kombi.

Ich fand den damaligen Ford Mondeo MK2 ganz ansprechend. Und dann noch in bordeaux metallic. Meinen Golf gab ich meinem Bruder. Im Jahr 2000 fegte dann ein gewaltiges Unwetter über unser Dorf. Hagelkörner in Tennisball-Größe überall und aus allen Richtungen. Seitdem hieß mein Auto „Knäckebrot“ und mit den ganzen Vertiefungen sah es auch so aus. Die Versicherungszahlung finanzierte uns damals den Urlaub.

Auto Nummer 4

Wahrscheinlich ein Marder machte dem Ford ein Ende. Mit leerem Kühlsystem wollte meine Frau mich von der Arbeit abholen. Heim kamen wir nicht mehr. Die kleine Tochter kommentierte folgerichtig „Motosadn“. Mein Bruder wollte den dann auch nicht mehr.

Im wahrsten Sinne über Nacht musste was Neues her. Beim Opel-Händler im übernächsten Ort wurden wir fündig. Ein Opel Vectra B Kombi in tannengrün metallic. Ich schwärme heute noch von der Stromlinienform der Seitenspiegel. In der Rückbetrachtung mein schönstes Auto. Auch zum Scheidungstermin fuhr ich im Vectra.

Auto Nummer 5

Ich weiß nicht mehr genau, warum ich mich als nächstes für einen Opel Meriva A in taubenblau metallic entschied. Günstig, praktisch, gut. Durch die Beziehung mit meiner Freundin und die Wochenenden mit meinen Töchtern fuhr ich mit dem Meriva viele, viele Kilometer. Der war so praktisch, dass sich meine damalige Freundin das gleiche Auto holte. Auch beim Reimrausch tat der Meriva gute Dienste. Ausserdem prangte ein großes Reimrausch-Logo auf der Motorhaube.

Auto Nummer 6

Aber auch der Meriva gab irgendwann den Geist auf. Danach holte ich mir einen Meriva. Aber den B und in Silber. Der hatte schöne Selbstmördertüren. Das sind Hintertüren, die nach hinten aufschwenken. Das war so … anders, das liebte ich. Mehr gibt’s nicht zu erzählen, ausser dass der Wagen ein Montagsauto war. Laufend Probleme im Kühlsystem, Rückgabe nach eineinhalb Jahren. Beim Abholen durch einen Werkstattmitarbeiter hatte das Auto dann einen Motorschaden. Aber verkauft war verkauft und nicht mehr mein Problem.

Auto Nummer 7

Auch wenn das Erlebnis mit dem letzten Auto ernüchternd war, mochte ich doch den Opel Meriva B. Also holte ich mir wieder einen solchen. Diesmal in weiß und mit Panoramadach. Das ist toll.

Und wenn er nicht gestorben ist, fahre ich immer noch damit durch die Gegend.

P.S.: ääähhhäääm. Nr 8.: Der Post ist schneller gealtert wie ein Neuwagen.

047 Sandra, Tochter von Beruf

Sandra ist meine letzte Freundin gewesen.

Keine Angst, Sandra ist nicht ihr richtiger Name. Namen wurden redaktionell aus Gründen geändert.

Ich lernte Sandra bei einem Spieleabend bei einem befreundetem Pärchen im Spätsommer 2020 kennen. Hochzeit Corona. Trotzdem alles fein. Wir spielten ein Spiel, bei dem man durch Zeichnen, Beschreiben und Pantomime andere Begriffe „erklären“ musste. Wir waren in einem Team. Und grade lustig war es. Es lag nämlich nicht die normale Version des Spiels auf dem Tisch, sondern eine „ab 18“-Version, in der die Begriffe, die es da zu erraten galt, schon ein wenig expliziter waren.

Irgendwie entstand da ein Band der Sympathie und wir verstanden uns gut. Es war ein durchaus witziger und gelungener Abend. Man tauschte Telefonnummern und die ersten WhatsApp-Nachrichten flogen noch am selben Abend über den Äther.

In der Gruppe, die sich da um diesen Spieleabend gebildet hatte, stand im Raum, Halloween zu feiern. Da aber terminlich nichts zusammen kam, lud ich Sandra zu mir nach Hause ein, kochte für sie und wir hatten einen schönen Abend. Was da außer dem Essen noch so passierte, erzähle ich nicht. Ein Gentleman und so weiter…

Auf jeden Fall sahen wir uns ab Nikolaus öfter. Ich besuchte sie auch. Und ich erzählte von meinen Hobbies und so ergab es sich, dass Sandra die Idee gefiel, mit mir an meiner Krippe zu bauen. Wir besorgten Material, besprachen Baupläne und begannen zu basteln. Und ich muss sagen, dass funktionierte ausgesprochen gut. So gut, dass wir in kürzester Zeit zwei Krippenmodule fertig hatten.

Aber in unserer Beziehung erkannte ich Seltsamkeiten. Sandra gab vor, starke Rückenschmerzen zu haben, nahm starke Medikamente und ich verzog mich zum Schlafen ins Wohnzimmer. Gesundheit first. Aber irgendwie erholte sich die Situation nicht mehr. Außer oberflächlicher Zärtlichkeiten gab es wenig körperlichen Kontakt. Wer meine Geschichte kennt, weiß, dass das eh für mich die Hölle ist und ein Gefühl der Ablehnung in mir wachsen lässt. Und das machte mir Angst.

Da zu kam dann, dass sie, Sandra ist von Beruf Tochter und betreut als Mitverwalterin einige Immobilien ihrer Mutter, irgendwie nicht viel arbeitete, viel Freizeit hatte, ihr tolles Auto spazieren fuhr und viele Shopping-Touren mit ihren Kids und ihrer Mutter machte.

Das ist an und für sich nicht verwerflich. Aber man sollte schon die Relationen kennen. Ihre Putzfrau, ja, sie hatte eine Putzfrau, konnte ihr nichts recht machen. Alles falsch. Lag ja wohl daran, dass sie aus Osteuropa war, da arbeitet man halt so. (Achtung: Zitat, nicht meine Worte)

Generell, wenn wir über Themen der Migrationspolitik sprachen, war eine eindeutige Färbung zu erkennen. Ich erschrak.

So hatte ich sie eigentlich nicht kennengelernt. Gut verstellt? Die Medikamente? Keine Ahnung.

Ihre Mutter ließ sich aus Spanien einige Waren direkt importieren. Gemüse, Terrakotta, Wein usw. – wahrscheinlich auf Rechnung mit Steuern und allem drum und dran. Als die Lieferung kam, bemerkte ich, dass sich die Eltern und der Lieferant schon besser kannten, umarmten. Und der Jorge, der Lieferant, lud die ganze Familie zu sich in den Süden Spaniens ein. Die Eltern von Sandra waren total begeistert von der Idee. Aber Sandra sagte nur erzürnt diese paar Sätze: „Ihr wollt euch doch nicht mit so einem in ein Restaurant setzen? Habt die dir die dreckigen Hosen und Hände gesehen? Das ist ja ekelhaft!“.

Und da legte es bei mir den Schalter endgültig um. Was tu ich hier eigentlich? Was verschwende ich Zeit mit einem Menschen , der null Empathie zeigt, der Menschen nur nach dem Äußeren oder ihrer Herkunft verurteilt?

Ich habe den Urlaub, der seit ein paar Monaten geplant war, mit ihr gecancelt und im gleichen Atemzug habe ich die Beziehung beendet.

Wir trennten uns im Stillen und ich gab ihr noch mit, dass ihre Kinder toll sind.

Hinten höher als vorne wurde es erst, als ich erfuhr, was in dieser Spieleabendgruppe noch während unserer Beziehung und noch viel mehr danach für dreiste Lügen erzählt wurden.

Ich würde Geld verlangen, für das, dass ich jedes mal den weiten Weg von mir daheim zu ihr führe…. Das ist nur eine. Die Aussage stimmt natürlich nicht. Aber ihr könnt euch denken, welche Kaliber da noch hinterher kamen.

Ich versuchte, dass alles zu ignorieren, hatte einige „Therapiestunden“ bei meiner guten Freundin.

Heute bin ich drüber hinweg und lache über die Lügen, die in den Wind gesät wurden.

Und ich bin froh, rechtzeitig erkannt und die Reißleine gezogen zu haben.

Fazit: den gebuchten Urlaub verbrachte ich mit meiner guten Freundin, die stattdessen einsprang, und es waren schöne Tage an der Ostsee.

Und seitdem hab ich an der Krippe nicht mehr weitergebaut.

Vielleicht packe ich es nochmal an, vielleicht mit einer anderen Freundin. Wer weiß? C’est la vie, wie der Süd-Spanier sagt.