Jeder hat doch schon mal einen Spitznamen bekommen. Ich auch. Und nicht nur einen…
Ich kann da ein Lied von singen.
Zum Beispiel Paul Simons „You can call me Al“. Aber dazu später mehr.
Ich glaube, meine Eltern hatten keinen Spitznamen für mich… oder eine Abkürzung. Für meine Eltern war ich immer „Christoph“. Ich wäre ja beinahe Martina geworden, aber das habe ich ja schon mal erzählt.
So bekam ich meinen ersten Spitznamen von meinem Bruder: Krikraa. Naja, er wusste es ja nicht besser.
Von der kleinen Nachbarstochter wurde ich erst Kola, später Koffa genannt. Kinder tztztz.
Von meinem österreichischen Opa wurde ich in jungen Jahren „Feuerwehrhauptmann“ genannt. Ich habe keinen Schimmer, warum. In späteren Jahren dann nicht mehr. Da war er dann schon gestorben.
Meinen ersten richtigen Spitznamen habe ich wohl in der Schule erhalten. Grisu! Genau. Wie der kleine Drache, der aus Versehen immer Feuer spuckte, obwohl er doch …. Feuerwehrmann… werden wollte. Ob mein Opa da schon was wusste, was mir noch nicht bewusst war? Wer weiß. Zumindest habe ich die Feuerwehrlaufbahn dann nicht eingeschlagen.
Meinen nächsten Spitznamen erhielt ich in der siebten Klasse. Für genau zwei Jahre. Zwei Jahre lang lernte ich da Latein. Und deswegen war ich da bei Schulkameraden „Hebus“. (Google Translator Lateinisch – Deutsch: Hebus – Langweilig; na Dankeschön)
In Italien lernte ich dann viele liebe und tolle Leute kennen. Ein Mädel wurde sogar meine Frau und Mutter meiner Kinder. Für diese Clique war ich immer der Stoffl. „Stoffl/Stoffel/Stoffe“ bezeichnet in meinem Heimatdialekt Bayrisch jemanden, der ein langweiliger, tölpelhafter, ungehobelter Kerl ist (Quelle: Bayrisches Wörterbuch im Internet).
Zefix, schon wieder langweilig.
Von einem Sandkastenfreund wurde ich schon mal mit dem Namen Pisstopf aufgezogen. Sein älterer Bruder sagte immer Christdorf zu mir… ich weiss nicht, warum.
In meinem Freundeskreis gab es ein paar Leute, die mich oft genug „Dicker“ hießen. Wenn ich mir heute Fotos von damals ansehe, kann ich ich mir das gar nicht erklären. Vielleicht wäre „Stemmi“ oder „Fester“ angemessener gewesen. Aber der „Dicke“ hat schon was an sich, das geblieben ist. Negativ.
Als dann das Internet groß wurde, habe ich mir einen Nicknamen zugelegt: Angel Lucifer. Lacht jetzt nicht. Das ist schon peinlich heute. Auf jeden Fall habe ich dann mit ein paar Leuten online Poker gespielt. Just for Fun ohne Geld.
Denen war mein Name immer zu umständlich, deswegen habe ich dann geschrieben „my name is Angel Lucifer, but you can call me AL“. Ha, da war das Gelächter groß, gibt es doch eben schon erwähnten Paul Simon-Song.
In meinen Beziehungen war ich mal der Schatz oder der Bär aber jetzt nicht kontinuierlich oder konstant.
Heute gibt es noch ein paar Arbeitskollegen, die mich abgekürzt Chris nennen. Aber das mag ich gar nicht. Das krieg ich aber bei denen nicht mehr raus.
Namen über Namen. Namen, die ich mochte. Namen, die ich nicht mochte.
Aber der schönste Spitzname, denn ich im Laufe meines Lebens erhalten habe, ist Papa.
Und solange mich meine Töchter nicht für einen langweiligen Feuerwehrhauptmann halten, passt das schon.